Stadteingang Degerloch (1995)

Wohn- und Geschäftsbebauung in Stuttgart/Degerloch

Standort: Albstraße 14, Stuttgart-Degerloch

Ausführung: 1992-1995

Auftraggeber: Stuttgarter Straßenbahnen AG

                   Baugenossenschaft Friedenau

                   Landeshauptstadt Stuttgart

Bürogebäude ca. 25.000 m² Mietfläche

Wohngebäude ca. 12.000 m² Wohnfläche

Das Quartier steht auf einem ehemalige SSB-Depot in Stuttgart-Degerloch. Geplant ist zunächst nur ein Parkhaus für die IGA, das im Bezirksbeirat keinen Anklang findet. 1990 wird ein Konzept entwickelt, das den Wunsch der Degerlocher nach einer hochwertigen Nutzung mit großem Wohnanteil und die Park + Ride-Garage für die IGA sowie die Messelinie vereinigt. Die Idee des Stadteingangs wird geboren und konsequent städtebaulich umgesetzt.

Zwei Bürogebäude fassen den unbestimmten Straßenraum der verkehrstosenden B27, ein Turmgebäude setzt dem ausufernden Albplatz seine Grenze und wird zum Merkzeichen am Eingang Stuttgarts zum Degerlocher Turm. Die Konzeption wird durch den Fußgängersteg über die B27 komplettiert, der die ebenfalls neu geschaffene Stadtbahnhaltestelle der Linie 5 und 6 sowie der Messelinie 7 mit dem Wohnumfeld verbindet. Im Schutz der Bürobauten entsteht so in zentraler Lage ein Quartier, das sowohl ruhiges als auch städtisches Wohnen ermöglicht.

Die Parkgarage mit 785 Plätzen wird in 2 Ebenen und Einfahrt direkt von der B27 flächig unter die übrigen Nutzungen gelegt und als 1. BA pünktlich zur IGA im April 1993 fertiggestellt.

Umfangreiche Begrünungsmaßnahmen verleihen dem dichten Stadtquartier zusätzlich einen angenehmen Charakter und lassen die nahe verkehrsreiche Straße fast vergessen.

Die Büro- und Gewerbebauten sind als 5-geschossige (Turm 12) 2-bündige Anlagen konventionell entworfen. Schnörkellos ohne unötig langweilig zu wirken unterstützt die Gestaltung der Fassaden und der Baukörper die städtebauliche Idee. Die Ausstattung ist normaler Bürostandard mit Gipskartontrennwänden, gespachtelter Decke, Hohlraumboden für die E-Installation und indirekter Beleuchtung. Die Nordseite (B27) und der Turm sind be- und entlüftet. Die Südseite hat Fensterlüftung. Die Büros werden nach Wunsch der Mieter komplettiert und vor allem im Turm teilweise auch aufwendiger ausgeführt. Im Turm kommt eine integrierte Fassade zur Heizung und Kühlung zur Ausführung, die in ihrer filigranen Struktur dem „Türmchen“ (h=49m) Kontur und Charakter gibt.

Parallel zur Schöttlestrasse sind 30 geförderte Mietwohnungen entstanden. Senkrecht zur Schöttlestrasse stehen ein Altenstift und drei Wohn- und Geschäftsgebäude mit 48 Eigentums- und Mietwohnungen sowie drei Ladengeschäften.

Die Architektur unterstützt auch die städtebauliche Form und setzt sich auf zeitgemäße Weise nicht zuletzt mit dem gegenüber liegende Wohnbau der Friedenau aus den 20er Jahren auseinander.

Es entsteht ein Quartier, das ein einheitliches Entwurfskonzept von Einfachheit und Zurückhaltung durchhält und gleichzeitig Baukörper von hoher Identität schafft. Durch die Mischung der Nutzung hinter dem bergenden Büroriegel auf einem vorher stark beeinträchtigten Grundstück entsteht ein Stück Stadt, in fast zentraler Lage in Degerloch, das hervorragend durch private und öffentliche Verkehrsmittel an das Zentrum angebunden ist.