Volksbank Miltenberg (1998)

Neubau einer Volksbank in Miltenberg

Standort: Brückenstrasse in Miltenberg

Wettbewerb: 1995, 1. Preis

Ausführung: 1995-1998

Bauherr: Volksbank Miltenberg

BRI ca. 16.000 m³

Architektur prägt den Ort an dem sie steht. Der Ort soll jedoch auch die Architektur beeinflussen, sonst bleibt Architektur austausch- und auswechselbar. Der Neubau der Raiffeisen-Volksbank orientiert sich ganz an diesem Credo. Hier entstand kein anonymer Fremdkörper, sondern ein Gebäude, das sich ganz und gar auf das Wechselspiel der Vielfalt einlässt. So nimmt die Architektur auf der einen Seite Bezüge zum urbanen und historischen Umfeld auf und fügt sich darin harmonisch ein. Gleichzeitig spannt die angenehme. Klare Ästhetik des Baukörpers den Bogen zwischen Traditionsbewusstsein, Moderne und Zukunftsorientierung. Hier ist die Philosophie des Bauherrn Form geworden.

Die neue Hauptstelle der Raiffeisen-Volksbank Miltenberg am Berliner Platz gegenüber dem Bahnhof wird in ihrer Form durch den Richtungswechsel der Brückenstraße bestimmt. Der viergeschossige Hauptflügel steht parallel zur Brückenstraße und nimmt die Richtung zur Stadt, zur Mainbrücke auf. Der dreigeschossige gebogene, sandsteinverkleidete Flügel bildet eine neue, bisher vermisste städtebauliche Kante. Gleichzeitig schützt er das Bauwerk vor dem Verkehr und gibt dem Bahnhof ein Gegenüber. Die Dachkonstruktion mit ihrer filigranen Unterspannung rundet die spezielle Ausprägung der Architektur noch zusätzlich ab. Empfangen wird der Besucher von der dreigeschossigen gläsernen Kassenhalle. Hier kann man sich informieren und Bankgeschäfte tätigen. Von hier und von aussen ist der SB-Bereich zugänglich, nur nachts mittels beweglicher Glaswände abgetrennt. Die helle, offene und freundliche Atmosphäre der Halle strahlt auf den ersten Blick die Haltung der Bank zu ihren Kunden aus: Hier wird Kundenfreundlichkeit gelebt. Eine Umgebung, in der sich nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter der Raiffeisen-Volksbank wohl fühlen werden. Die neuen Arbeitsplätze sind lichtvoll, großzügig und luftig gestaltet. Die hellen Wände und Decken, die warmen Farben der Holztüren und Holzfensterbänke ergänzen sich mit Farbflächen in Blau und Gelb in der Kassenhalle und den Treppenhäusern. In den Bürogeschossen wechseln lineare Fluchten mit differenzierten Foyer- und Galeriezonen ab. In fast alle Flurbereiche fällt Tageslicht und die offene Gestaltung erlaubt den Ausblick ins Freie, in den Garten und ebenso in den Kernbereich, die Kassenhalle.

Die Gestaltung des Gebäudes ist nicht zu trennen von dem Platz auf dem es steht. Aus der Textur ergibt sich ein Vorplatz, gefasst und offen zugleich, ein Stück urbane Ortsgestaltung. Gekrönt von der Skulptur Hans Königs wurde hier ein Platz für die Allgemeinheit geschaffen, eine wahre Augenweide für Besucher, Passanten, Anwohner. Damit ist am Berliner Platz ein Gebäude entstanden, das ganz und gar zu Miltenberg passt und durch Offenheit gleichzeitig neue Maßstäbe setzt.